Am Anfang war Licht. In Solareon hatte alles seinen Platz. Elyons Wille bestimmte die Ordnung, und die Engel wachten über das, was ihnen anvertraut war. Michael führte, Gabriel überbrachte Elyons Worte. Lucifer hatte sich nie gescheut, Fragen zu stellen. Louis, der Jüngste unter ihnen, war der Engel des Lebens. Ihm fiel es schwer, Leid hinzunehmen, selbst wenn die Ordnung es verlangte.
Lange schien darin kein Widerspruch zu liegen. Doch mit Eve trat ein Leben in ihre Mitte, dessen Wünsche sich keinem vorgesehenen Platz fügten. Louis hörte ihr zu. Was andere als Ungehorsam verurteilten, begann er zu verstehen. Als er sie vor Adam schützte, tötete er ihn. Damit musste er sich vor jener Ordnung verantworten, der er bisher gedient hatte.
In der Halle des Ewigen Glanzes stand Lucifer an seiner Seite. Er verteidigte Louis vor den anderen und verlangte, dass auch Eves Leid gehört wurde. Das Urteil verbannte Louis, Lucifer, Eve und Lilith nach Abyss.
Dort, zwischen Asche und verlassenen Ruinen, mussten sie selbst entscheiden, wie sie leben wollten. Keine vertraute Ordnung nahm ihnen diese Verantwortung ab. Sie brauchten Schutz, einen Ort zum Bleiben und Wesen, auf die sie sich verlassen konnten. Aus den Ruinen sollte eine Heimat werden.
Doch Solareon hatte weiterhin Macht über ihr Schicksal. Louis und Lucifer mussten erkennen, wie weit sie gehen würden, um das Leben zu bewahren, das sie sich in Abyss aufgebaut hatten – und welchen Preis sie dafür zu zahlen bereit waren.
