Im Schatten der Apokalypse I Die Ruinen der Hölle

Ruinen der Hölle – Epische Dark Fantasy am Abgrund der Schöpfung

Am Anfang war Licht und der freie Wille

Es herrschte Ordnung.
Kein Laut, kein Zweifel, nur das vollkommene Geflecht aus Licht und Wille, geformt von Elyons erstem Atem. Himmel und Zeit lagen klar, ungebrochen, getragen von Flügeln, die keine Fragen kannten. Michael stand als Schwert, Gabriel als Stimme, Lucifer als Glanz – und Louis, der Jüngste, trug nicht die Kraft des Krieges, sondern den Keim von Mitgefühl.

Doch jedes Licht wirft seinen Schatten, auch wenn er noch unsichtbar ist. Und in den Hallen des Himmels, wo Hymnen das Gesetz selbst stützten, regte sich das Erste, das nicht vorgesehen war: eine Stille, die nicht Ruhe, sondern Möglichkeit bedeutete. Sie schlich sich nicht als Sturm, sondern als Flüstern – kaum mehr als eine Ahnung in Herzen, die für Gehorsam geschaffen waren.

Lucifer sprach ihn aus. Louis hielt inne. Und der Himmel begann zu zittern – nicht, weil er zerbrach, sondern weil er zum ersten Mal befragt wurde.

So begann der Fall.
Nicht in Feuer, nicht im Krieg, nicht in Rache.
Sondern in einem einzigen Gedanken:
Dass selbst ewiges Licht ohne Wahl kein Leben trägt.

Und aus diesem Gedanken wuchs ein Riss, klein wie ein Atemzug – und doch groß genug, die Schöpfung selbst herauszufordern.

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